Kindergarten finden: Kitas, Montessori oder Privatkindergarten?

Welcher Kindergarten oder welche Kita ist die Richtige für mein Kind? Sie möchten eine liebevolle Betreuung und eine individuelle Förderung für Ihr Kind. Vor Ort gibt es einen Montessouri, Waldorf und Privatkindergärten – da fällt die Wahl des Kindergartens nicht leicht. Die einzelnen Einrichtungen unterscheiden sich durch ihre Konzepte und viele weitere Kriterien sind zu berücksichtigen.

kindergarten_sucheIn größeren Städten und Ballungsgebieten ist die Anzahl an Kindergärten und Kindertagesstätten besonders groß. In den begehrten Einrichtungen stehen aber nur eine begrenzte Zahl von Plätzen zur Verfügung. Darum gilt es, frühzeitig den Wunsch Kindergarten oder Kita auszuwählen und sich einen aussichtsreichen Listenplatz zu sichern. Dieser Artikel soll Ihnen bei der Suche nach dem passenden Kindergarten helfen, der Ihre Ansprüche erfüllt.

Einen passenden Kindergartenplatz finden

Jede Einrichtung besitzt ihr ganz eigenes Konzept, das sich wie ein roter Faden durch den Kindergartenalltag zieht. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, listen wir im Folgenden die wichtigsten Konzepte auf.

 

Die wichtigsten Kindergarten Konzepte kurz vorgestellt

Der Montessori Kindergarten

Maria Montessori entwickelte ihr pädagogisches Konzept in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie stützt sich vor allem auf einen kurzen, prägnanten Leitsatz: »Hilf mir, es selbst zu tun«. Gerade aufgrund dieses Mottos erfreut sich die Montessori Pädagogik auch heute noch großer Beliebtheit, denn eine aktivierende Betreuung ist gefragter denn je. Im Montessori Kindergarten dürfen Kinder die Welt in größtmöglicher Eigenständigkeit erkunden und sich mit den Dingen beschäftigen, die sie am meisten interessieren. Spezielle Montessori-Materialien regen zum Experimentieren und zur körperlichen Bewegung an. Insgesamt werden die Kinder hier als Hauptakteure angesehen, die ihren individuellen Lernweg wählen. Die entspannte Atmosphäre in Montessori Einrichtungen gibt der bekannten Pädagogin Recht.

Der Waldorf Kindergarten

Rudolf Steiner lebte von 1861 bis 1925 und stellte die Nachahmung in den Mittelpunkt seines pädagogischen Konzeptes. Erzieher und Eltern gelten als Vorbilder und Orientierungshilfen. Die Kinder werden dazu angeregt, alltägliche Situationen nachzuspielen und sie so zu verinnerlichen. Sinneswahrnehmungen und spontanes Handeln spielen eine wichtige Rolle. Aber auch das zweckfreie Spiel mit natürlichen Materialien besitzt seinen Platz in der Waldorf-Pädagogik: Es soll zur freien kreativen Entfaltung anregen. Das angestrebte Erziehungsresultat ist die ganzheitliche Entwicklung von Körper, Geist und Seele auf individueller Basis. Eine gezielte Auseinandersetzung mit dem pädagogischen Konzept vor der Anmeldung im Waldorf Kindergarten ist empfehlenswert.

Der Waldkindergarten

Die Wurzeln des Waldkindergartens, auch Naturkindergarten genannt, liegen in Skandinavien. Der »Kindergarten ohne Dach und Wände« setzt seinen Fokus auf unverfälschte Naturerfahrungen bei (beinahe) jedem Wetter. Fast alle Aktivitäten finden im Außenbereich statt, in einem Wald, an einem Strand oder auf der weiten Wiese. Bei extremen Witterungsbedingungen ziehen sich die Kindergruppen in eine Waldhütte oder einen Bauwagen beim Außenspielbereich zurück. Die Kinder befassen sich hauptsächlich mit den Materialien, die die Natur ihnen bietet und nutzen kaum handelsübliche Spielsachen. Ein Haupterziehungsziel besteht darin, den Kindern Respekt vor der Natur zu lehren.

Der Reggio Kindergarten

In dieser Einrichtung nimmt das Kind sich vor allem als kooperierendes Mitglied der Gemeinschaft wahr und setzt sich aktiv mit seiner Umwelt auseinander. Dazu gehört natürlich auch, die eigene Persönlichkeit in Projekten kennenzulernen und zu entwickeln. Die Reggio Pädagogik setzt einen starken Fokus auf diese Lern- und Handlungseinheiten, die sowohl im kleinen als auch im großen Umfang stattfinden. Jedes Projekt orientiert sich an ganz normalen Alltagserfahrungen. Die Räumlichkeiten ähneln in ihrer Struktur einer italienischen Stadt mit der Piazza als zentraler Versammlungsfläche. An sie gliedern sich verschiedene weitere Raumeinheiten an, beispielsweise das Kunstatelier, eine Rückzugsecke, verschiedene Werkstätten und Bewegungsräume. Starre Wände werden von Fenstern und anderen Öffnungen durchbrochen, für wechselnde Einsichten und eine kreative Tagesgestaltung.

Der Freinet Kindergarten

In dieser Einrichtung gilt »Vertrauen« als zentrales Stichwort für die Beziehung zwischen erziehenden Erwachsenen und Kindern. Der französische Dorfschullehrer Célestin Freinet war vorwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tätig. Sein pädagogisches Konzept fördert die Bestimmung der Kinder über die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Dementsprechend aktiv wirken die Kinder in der Alltagsgestaltung mit, sie leiten sogar eigenverantwortlich die vorhandenen Werkstätten und Ateliers. Die Kinder sollen ihre eigenen Talente ganz frei entdecken und entfalten, während das Selbstbewusstsein wächst. Ein Morgen im Freinet Kindergarten beginnt üblicherweise damit, dass die Kinder aufmalen, wozu sie heute Lust haben. Anschließend werden diese Pläne im Rahmen einer Konferenz besprochen.

Der heilpädagogische oder integrative Kindergarten

In diesen Einrichtungen sind explizit Kinder mit und ohne Behinderung herzlich willkommen. Jedes Kind wird als einzigartige Person anerkannt, mit eigenen Bedürfnissen und Fertigkeiten. Die Förderung individueller Stärken ist ein wichtiges Anliegen dieser Kindergärten. Den Rahmen bildet eine vertrauenserweckende, strukturierte Umgebung für eine ungestörte Persönlichkeitsentwicklung. Als »Inklusion« in den Medien noch kein Thema war, befassten sich heilpädagogische Kindergärten bereits damit, behinderte Kinder gleichberechtigt am Leben teilnehmen zu lassen. Inzwischen arbeiten immer mehr Kindergärten verschiedenster Konzeptionen auf integrativer Basis.

Andere pädagogische Konzepte für Kindergärten

Jede Betreuungseinrichtung für Kinder setzt sich einen Schwerpunkt, der sich wie ein roter Faden durch die Aktivitäten zieht. Der Musikkindergarten unterstützt die Kinder nicht nur in ihrer musikalischen Entwicklung, sondern nutzt die Musik für die Auseinandersetzung mit vielen verschiedenen Alltagsthemen. Ebenso dreht sich im Kunstkindergarten alles um das Thema Kunst. Die Kunst dient auch dazu, Erfahrungen zu verarbeiten und Alltagsdinge zu begreifen. Kirchliche Einrichtungen beziehen immer wieder Glaubensfragen in den Kindergartenalltag mit ein, häufig werden Gebete vor den Mahlzeiten gesprochen.

Die Elterninitiative bietet zunächst einmal keinen programmatischen, sondern einen strukturellen Ansatz. Diese Kindergärten entstehen oft aus Mangel an Betreuungsplätzen. Engagierte Eltern rufen aus diesem Grund gemeinsam einen eingetragenen Verein ins Leben, der als Träger dient. Der ehrenamtliche Vorstand vertritt diesen Verein in allen Bereichen und übernimmt auch alle Arbeitgeberpflichten. Welches thematische Konzept eine Elterninitiative verfolgt, bestimmen die Eltern hierbei selbst.

 

kindergartenplatz

Weitere Auswahlkriterien für den Kindergarten

Die Lage des Kindergartens

Natürlich können Sie einfach den örtlich nächsten Kindergarten wählen und so Ihr Kind auf kurzem Weg jeden Morgen zur Einrichtung bringen. Doch sollte die direkte Nähe nicht das alles entscheidende Kriterium sein. Berücksichtigen Sie auch das nahe Umfeld. Vielleicht findet sich noch ein gut erreichbarer Kindergarten in ruhigerer Umgebung mit Anschluss an einen Park oder Wald. Hier können die Kinder mit ihren Erzieherinnen ungefährdet spazieren gehen und die Natur genießen.

Checkliste zur Lage des Kindergartens

  • Ist der Kindergarten nach Feierabend rechtzeitig erreichbar?
  • Befindet sie sich in passender Nähe zu weiteren Betreuungspersonen (z.B. Oma / Opa)?
  • Gibt es Grünflächen in direkter Umgebung?
  • Ist die Lage angenehm ruhig oder gibt es Lärm- und Schmutzquellen?
  • Existieren genügend Parkplätze für zügiges Hinbringen und Abholen?

Die Betreuungszeiten

Immer mehr Kindertagesstätten bieten umfassende Betreuungszeiten an. In seltenen Fällen existiert sogar eine Nachtversorgung. Wichtig ist vor allem die Übereinstimmung der Zeiten mit Ihren Arbeitsstunden. Die meisten Kindergärten handhaben die Betreuungszeiten recht flexibel. Wahlweise können Sie dann nur die Vormittage buchen oder eine Auswahl von Nachmittagen hinzunehmen. Wenn Sie auch einmal freitags länger arbeiten müssen, ist besondere Achtsamkeit gefragt. Viele Einrichtungen schließen an diesem Tag am frühen Nachmittag, doch auch hier gibt es Ausnahmen.

Die Atmosphäre

Einen Kindergarten sucht man sich nicht aus wie ein Produkt aus dem Prospekt. Es kommt vor allem auf die Atmosphäre vor Ort an. Besuchen Sie die in Frage kommenden Einrichtungen persönlich, lassen Sie sich nach Terminvereinbarung bei laufendem Vormittagsbetrieb durch alle Räume führen. Halten Sie dabei Augen und Ohren offen, denn Ihre persönlichen Eindrücke und das daraus resultierende Bauchgefühl sind entscheidend.

Darauf sollten Sie besonders achten:

  • Herrscht ein freundlicher Umgangston, sowohl unter den Erzieherinnen als auch zwischen Personal und Kindern?
  • Reagiert das Personal in Stress-Situationen mit Ruhe und Konsequenz?
  • Befindet sich in jeder Kindergruppe mindestens eine Aufsichtsperson oder werden die Kinder zeitweise alleingelassen?
  • Wirken die Kinder fröhlich und ausgelassen?
  • Steht genügend Platz zur Verfügung für Rückzugsräume und Kuschelecken?
  • Riecht es sauber? Vorsicht: Schlechte Gerüche lassen sich auch durch starke Putzmittel überdecken!
  • Sind die Räumlichkeiten jahreszeitbezogen liebevoll dekoriert?
  • Gibt es einen Geburtstagskalender, damit an jedes Kind zum Ehrentag gedacht wird?

Die Hygiene

Dieser Punkt lässt sich nur vor Ort wirklich klären. Wir empfehlen Ihnen, die Toilettenanlagen und die Küche Ihres Wunschkindergartens zu begutachten. An diesen Punkten zeigt sich deutlich, wie wichtig dem Personal Hygiene und Sauberkeit sind. Achten Sie darauf, ob den Kindern genügend Toilettenpapier zur Verfügung steht und obdie WCs und die Toilettenbürsten gepflegt aussehen. Zusätzlich sollte jedes Kind ein eigenes Handtuch und eine Zahnbürste mit Becher besitzen.

Die Mahlzeiten

essen_im_kindergartenWirklich interessant ist natürlich auch die Frage, wie die Lebensmittelversorgung der Einrichtung gestaltet ist. In manchen Kindergärten bereitet tatsächlich noch ein versierter Koch oder eine Köchin jede Mahlzeit frisch zu, doch dürfte es sich hier um seltene Ausnahmen handeln. Üblicher ist die Bestellung eines Lieferservices, der das Mittagessen bringt. Manchmal kommt die zentrale Mahlzeit des Tages aus der Küche einer Gaststätte oder wird in einer Großküche zubereitet, in vielen Fällen handelt es sich aber auch um Tiefkühlware. Neben Frische und Ausgewogenheit zählt natürlich auch der Preis, der sich zumeist zwischen 2,50 und 3,50 Euro pro Mahlzeit bewegt. Besonders hochwertige Nahrung kann natürlich durchaus teurer sein.

Das Frühstück wird entweder von daheim mitgebracht oder durch die Einrichtung bereitgestellt. Oftmals fällt ein niedriger monatlicher Betrag für Getränke, Obst und Zwischenmahlzeiten an. Gerade bei Kindern, die nicht alles vertragen, ist die Möglichkeit zur Selbstversorgung durch die Eltern wichtig.

Die Ausstattung – innen und außen

Außenspielfläche des Kindergartens

aussenbereich_kindergartenViel Bewegung an der frischen Luft tut Kindern richtig gut: Eine weitläufige, gut ausgestattete Außenspielfläche gilt als echter Pluspunkt für jede Betreuungseinrichtung. Dabei zählen natürlich nicht nur die Quadratmeter, sondern auch die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten: Gibt es Rutsche und Schaukeln? Ist ein Bolzplatz vorhanden? Wie steht es mit Klettergerüsten, Sandkasten, Trampolin, Balanciergeräten und Außenspielzeug?

Richtig schön für Kinder: ein kleiner Gemüse- und Blumengarten, den sie selbst mit Unterstützung der Erzieherinnen hegen und pflegen dürfen. Hier erfreuen sich die Jüngsten an selbst gezogenen Früchten und blühenden Pflanzen, die aus Setzlingen und Samenkörnern entstehen. Für den Winter kann auch ein Rodelhügel von Vorteil sein, ebenso wie Wasserspiele für die heißen Tage des Sommers. So erfahren Kinder von Anfang an, wie herrlich es ist, sich bei jeder Jahreszeit im Freien zu vergnügen.

Innenräume

kindergarten_betreuungAuch die Ausstattung im Inneren muss stimmen: Stehen genügend Räumlichkeiten zur Verfügung für Bewegungsspiele und Intensivförderung? Ist auch ein Matsch- und Wasserspielraum vorhanden? Besitzt die Turnhalle genügend Geräte zur ganzheitlichen Förderung der Motorik? Verfügen die Gruppenräume über mehrere abtrennbare Bereiche, die zu unterschiedlichen Zwecken nutzbar sind? Im direkten Vergleich kristallisiert sich schnell heraus, welche Einrichtung am meisten zu bieten hat.

Die Gruppengröße in Kindergärten

KindergartengruppenAn dieser Stelle entscheidet sich sehr stark, wie wohl sich Ihr Kind in der Einrichtung fühlen wird und ob eine individuelle Förderung möglich ist. In großen Gruppen gehen vor allem die stilleren Kinder leicht unter. Bei vielen Personen auf begrenzter Fläche erhöht sich automatisch der Geräusch- und damit auch der Stresspegel. Personalschlüssel und Gruppengrößen werden von den einzelnen Bundesländern festgelegt, doch einige Träger bieten gezielt bessere Bedingungen an. Allerdings kann dieser Vorteil durchaus durch höhere Elternbeiträge kompensiert werden.

Die Bertelsmann-Stiftung fordert für Kindergärten einen Personalschlüssel von 1:7,5, das heißt, dass im Idealfall eine Erzieherin für 7 bis 8 Kinder zuständig ist. In Krippen sollte eine Fachkraft nur drei Kinder betreuen. Die National Association of Early Childhood Education sieht die Sache nicht so eng und empfiehlt für Ein- und Zweijährige einen Schlüssel von 1:6-12 und für die Vier- und Fünfjährigen eine Quote von 1:16-20. Während Ihrer persönlichen Besichtigung können Sie feststellen, wie gut das verfügbare Personal mit den tatsächlich vorhandenen Gruppengrößen zurechtkommt. Tipp: Nehmen Sie sich dafür mindestens eine Stunde Zeit.

Anzahl und Ausrichtung der Gruppen

kindergarten_konzeptAuch die Gruppenzahl und ihre jeweilige Ausrichtung können zum Entscheidungskriterium werden. In einem großen Kindergarten mit vielen Gruppen geht es häufig insgesamt unruhiger zu als in einer kleinen Einrichtung. Ruhige Nischen für die Gruppen, viele Gemeinschaftsräume und eine ausreichende Außenfläche lassen große Kindergärten deutlich ruhiger wirken.

Viele Kindergärten verfolgen heutzutage den integrativen Ansatz, hier werden körperlich oder geistig behinderte Kinder in »normale« Gruppen aufgenommen. Für diesen Ansatz müssen jedoch ausreichend integrative Fachkräfte zur Verfügung stehen. Integrativgruppen sind meistens kleiner und besitzen eine stärkere Personaldichte. Viele Eltern empfinden dieses Konzept als Bereicherung auch für ihre nicht-behinderten Kinder. Eine offene Ansprache des Themas klärt die Möglichkeiten vor Ort.
U3-Gruppen: Betreuung für die Kleinsten

Ab dem Säuglingsalter stehen viele U3-Gruppen zur Verfügung. Teilweise nehmen diese Gruppen nur Kinder ab 1 oder 2 Jahren auf. Eine Einrichtung, die vom Baby bis zum Vorschulkind alle Altersgruppen unter ein Dach bringt, stellt eine besonders praktische Lösung für berufstätige Eltern dar. Doch manchmal macht es auch Sinn, die Kleinsten in eine gut aufgestellte Krippe zu geben, um später in den Kindergarten zu wechseln. Wir erklären zur genaueren Orientierung die Unterschiede zwischen den einzelnen Betreuungsformen wie Kindergarten, Kinderkrippe und Kindertagesstätte.

Übergeordnete Funktionen von Kindergärten

Viele Betreuungseinrichtungen beschränken ihre Funktion nicht auf die reine Kinderbetreuung. Vielmehr wird eine Stütze im Alltag für Eltern und Familien angestrebt. Erziehungshilfe, soziale Projekte und kostenlose Beratung stehen neben Gesundheitsförderung und Armutsprävention im Fokus dieser Initiativen. Spezielle Angebote, ganz losgelöst von staatlich geförderten Gesamtkonzepten, erhöhen die Attraktivität eines Kindergartens. Zu nennen wäre hier zum Beispiel ein praktischer Shuttle-Bus-Service, über den nur wenige Einrichtungen verfügen.

Kindergarten_kita

Hier zwei aktuelle Projektbeispiele aus dem Förderprogramm des Bundes und der Länder:

Familienzentrum

Eine zunehmende Anzahl von Kindertagesstätten gesellen sich zum staatlich geförderten Netzwerk der Familienzentren, dafür müssen die Einrichtungen einige festgelegte Bedingungen erfüllen. Familien erhalten in diesen Institutionen einen leichteren Zugang zu vielen Förderungs- und Unterstützungsangeboten sowie kostenlose Erziehungsberatung. Das Ziel liegt in der Zusammenführung von Betreuung, Erziehung und Bildung zur ganzheitlichen Familienhilfe.
Diese Vorteile bietet Ihnen ein Familienzentrum:

  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird besonders unterstützt
  • aktive Einbindung der Eltern in die von der Einrichtung angestoßenen Bildungsprozesse
  • Elterntreffpunkt für Gespräche und lockeren Austausch
  • Gesundheitsvorsorge
  • Armutsprävention durch Hilfsangebote
  • Orientierung und Hilfe in problematischen Lebensphasen
  • Unterstützung von Migranten und Flüchtlingen

Erkundigen Sie sich bei den für Sie in Frage kommenden Einrichtungen, ob eine Zertifizierung zum Familienzentrum angestrebt wird oder vorliegt. Lassen Sie sich darüber informieren, welche Zusatzangebote Sie als Eltern und Familie erwarten.

Anerkannter Bewegungskindergarten

Als Bestandteil der Landesinitiative »Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter« hat sich der Bewegungskindergarten in NRW gebildet. Entsprechend zertifizierte Kindertagsstätten setzen sich besonders stark gegen Übergewicht im Kindes- und Jugendalter ein, unterstützen sozial benachteiligte Familie in diesem Themenfeld und fördern verstärkt Kinder und Familien mit Migrationshintergrund.

Im Mittelpunkt steht hier die Bewegungsförderung von Kindern. Die Gruppen gehen zumeist auch bei »schlechtem« Wetter nach draußen und nutzen intensiv die Turnhalle. Die Kinder werden an die gesunde Ernährung herangeführt, entsprechende Kochprojekte und Aktionstage stehen regelmäßig auf dem Plan. Wer seinem Nachwuchs eine besonders gesunde Lebensweise nahelegen möchte, liegt hier richtig!

Fortbildung des Personals

Die Teilnahme an oben genannten Initiativen bietet einen positiven Hinweis darauf, dass das Personal einer laufenden Fortbildung unterliegt. Die Zertifizierung findet schließlich nur dann statt, wenn der Kindergarten gezielt geschulte Fachkräfte besitzt. Doch auch ohne besondere Beurkundung kann eine Betreuungseinrichtung auf dem neuesten Stand sein. Erkundigen Sie sich einfach danach, in welchen Abständen und Themenbereichen regelmäßige Fortbildungen durchgeführt werden. So finden Sie auch heraus, welche speziellen Schwerpunkte Ihr Wunschkindergarten setzt und ob diese mit Ihren Vorstellungen übereinstimmen.

Mitwirkungsmöglichkeiten für die Eltern

eltern_im_kindergartenEinigen Eltern liegt die Gestaltung des Kindergartens nach eigenen Vorstellungen sehr am Herzen. Das wichtigste Betätigungsfeld findet sich im Elternrat, über den wohl jede Einrichtung verfügt. Viele Elternräte organisieren vor allem Feste und sammeln Geld für Geschenke. Ein wirkliches Mitspracherecht bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Einrichtung ist eher selten gegeben. In einigen Fällen besteht aber die Möglichkeit über das pädagogische Konzept abzustimmen. In allen anderen Fällen können Eltern, wenn sie sich gezielt zusammentun und ihre Stimme erheben, ebenfalls einiges bewirken. Erkundigen Sie sich über die offiziellen Funktionen des Elternrats und fragen Sie nach weiteren Aufgaben, zum Beispiel als Vorlesepate oder Projektleiter zu einem bestimmten Thema.

Wurde die fragliche Kita aus einer Elterninitiative oder auf Vereinsbasis gegründet, kann es sogar Mitwirkungspflichten geben. Im Kita-Vertrag oder der zugehörigen Satzung werden die genauen Rahmenbedingungen festgelegt. Ein niedriger Personalschlüssel wird häufig durch die zu leistenden Arbeitsstunden ausgeglichen. Eventuell ist dies durch einen erhöhten finanziellen Beitrag zu umgehen – einigen Eltern bereitet es aber auch besondere Freude, »ihren« Kindergarten aktiv mitgestalten zu dürfen.

 

 

Kinderkrippe, Kindergarten oder Kita?

Früher kam das Kind mit frühestens drei Jahren in den guten alten Kindergarten. Einige Eltern nahmen auch nur das letzte Jahr oder insgesamt zwei Jahre bis zur Schule in Anspruch. Der Kindergarten bot normalerweise eine Vormittagsbetreuung an, manchmal konnten die Kleinen auch dort zu Mittag essen. Heute besteht die Wahl zwischen verschiedenen Betreuungsformen, wobei der traditionelle Kindergarten noch immer einen festen Platz einnimmt. Den Unterschied zu anderen Einrichtungen erklären wir hier:

Die Kinderkrippe: ein Platz für die Jüngsten

Was ist eine Kinderkrippe?

Die reine Kinderkrippe ist in Deutschland eher selten vertreten. In einer Kinderkrippe kümmern sich Kinderpfleger, Kinderkrankenpfleger und Erzieher um die Kleinsten im Alter von unter 3 Jahren. Die meisten Kinderkrippen sind in altersgemischte Kitas eingebunden. Dadurch können die Kleinen nach dem 3. Geburtstag in ihrer vertrauten Umgebung verbleiben und wechseln nur die Gruppe in derselben Einrichtung. Größere Kinderkrippen besitzen oftmals eine Gruppenunterteilung nach unterschiedlichen Entwicklungsständen der kleinen Gäste. Deshalb gibt es Liegekrippen, Krabbelkrippen und Laufkrippen.

Aufgaben der Kinderkrippe

In einer Kinderkrippe liegt der Fokus darauf, den Kleinstkindern größtmögliche Zuwendung und Förderung zukommen zu lassen. Aus diesem Grund besitzen diese Einrichtungen auch einen besonders niedrigen Personalschlüssel. Die Kinder erhalten von Anfang an eine gezielte Förderung der Sprache und der motorischen Entwicklung. Aktivitäten finden sowohl im Innen- als auch im Außenbereich statt, allerdings immer wieder unterbrochen durch ausführliche Ruhezeiten. Ein Schlafraum für das ungestörte Mittagsschläfchen ist natürlich vorhanden, die Mahlzeiten werden in altersgerechter Form gereicht. Die Eingewöhnung in eine moderne Kinderkrippe erfolgt besonders behutsam, um den Kleinsten ein größtmögliches Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Der Kindergarten – für kleine Racker von 3 bis 6

Was ist ein Kindergarten?

Der Pastalozzi-Schüler Friedrich Wilhelm August Fröbel erfand zur Mitte des 19. Jahrhunderts den Kindergarten. Aus der reinen Verwahranstalt wurde ein Ort mit echter pädagogischer Konzeption mit Liedern, Spielgaben und Beschäftigungsangeboten zur aktiven Entwicklungsförderung. Die frühkindliche Bildung steht hier im Mittelpunkt aller Bestrebungen, die sich an Kinder ab einem Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt richtet. Das Personal besteht aus pädagogischen Fachkräften. Erzieher und Kinderpfleger arbeiten hier genau wie Sozialpädagogen und Sozialassistenten gemeinsam mit den Kindern. Zu den Kindergärten nach traditionellem Muster zählen alle Einrichtungen mit Vormittagsbetreuung und einem Übermittagsangebot. Auch eine reine Nachmittagsbetreuung ist oftmals wählbar.

Aufgaben der Kindergärten

Die Eltern besitzen ein staatlich verbrieftes Erziehungsrecht. Durch die Übergabe ihres Kindes an einen Kindergarten wird bewusst entschieden, die Erziehung mit ausgebildeten Fachkräften zu teilen. Zu diesem Zweck wird ein expliziter Betreuungsvertrag geschlossen. Im Kindergarten findet eine vorschulische Bildung statt, die jedes Kind ganz allmählich, nach eigenen Fähigkeiten und Talenten, auf die folgende Schulzeit vorbereitet. Die betreuten Kinder werden außerdem dazu angeleitet, sich zu sozialen, eigenverantwortlichen Wesen zu entwickeln.

Die Kindertagsstätte: Ganztagsbetreuung je nach Bedarf

Was ist eine Kindertagsstätte?

Die Kindertagesstätte bietet eine Ganztagsbetreuung an, manchmal erst für Kinder ab 3 Jahren, in vielen Fällen aber auch für jüngere Gäste. Manchmal ist ein Schulhort angegliedert, den Schulkinder vor Schulbeginn oder nach der letzten Stunde aufsuchen können. Die Bezeichnung »Kindertagesstätte« oder auch ganz kurz »Kita« wird in Deutschland regionsspezifisch unterschiedlich verwendet. Sie besitzt jedoch immer einen zeitlich umfassenden Charakter, der berufstätige Eltern auf bestmögliche Weise unterstützt. Die jeweiligen Träger können der freien Wohlfahrtspflege angehören, aus einer Elterninitiative bestehen oder dem städtisch-kommunalen Bereich zuzuordnen sein. Auch eine zunehmende Anzahl von Betriebskitas steht zur Auswahl.

Aufgaben der Kindertagesstätte

Die Kindertagesstätte soll vor allem die zuverlässige Betreuung der Kinder während der Arbeitszeiten ihrer Eltern sicherstellen. Dabei wird auf ein zeitlich möglichst umfassendes Angebot geachtet. Übernachtungs-Kitas für in Schichten arbeitende Mütter und Väter besitzen allerdings noch echten Seltenheitswert. Insgesamt stehen sämtliche Aufgaben und Ziele der Krippen und Kindergärten im Fokus der erzieherischen Arbeit, um die Kinder nach modernen Maßstäben zu bilden. Allerdings existieren auch reine Betreuungsangebote mit teilweise fachfremden Kräften, hauptsächlich im Hortbereich für Grundschulkinder und bei der Hausaufgabenbetreuung.

Das persönliche Betreuungsnetzwerk

Eltern, die in ihrer Umgebung keine passende Betreuungseinrichtung finden, können in den Aufbau eines persönlichen Betreuungsnetzwerkes investieren. Eine Tagesmutter oder ein Tagesvaters empfiehlt sich für die Randzeiten, aber auch die Großeltern, andere Verwandte und Freunde helfen häufig mit. Manch eine Familie holt sich auch ein Au-pair ins Haus, das sich phasenweise um die Kinder kümmert. Eine frühzeitige Planung sichert Ihnen auf Dauer die komplikationslose Vereinbarkeit von Beruf und Familie!

 

 

Bildquellen:
Fotolia_87175197_XS
Fotolia_99198023_XS