Hausaufgaben ohne Stress – Zuhause besser lernen

„Schule könnte so schön sein – gäbe es das leidige Thema Hausaufgaben nicht!“ In diesem Stoßseufzer finden sich viele wieder: Schüler, Eltern – und sogar manche Lehrer. Denn Hausaufgaben sind oft mit erheblichem Stress verbunden. Ein erhebliches Maß dieses Stresses lässt sich jedoch vermeiden. Ein wichtiger, aber häufig unterschätzter Faktor dabei ist die richtige Einrichtung des häuslichen Arbeitsplatzes.

In vielen Familien werden die Schulaufgaben am Küchentisch oder im Wohnzimmer gemacht, sogar, wenn ein eigener Schreibtisch im Kinderzimmer vorhanden ist. Auch wenn dies auf den ersten Blick pragmatisch erscheint – gerade kleine Schulkinder suchen den Elternkontakt und die Eltern möchten sehen, was das Kind tut – hierin liegt oft bereits der Kern des Stress-Problems. Denn am Küchentisch ist zu viel Ablenkung vorhanden, die verhindert, dass sich das Kind auf sich selbst und seine Arbeit konzentrieren kann. Neben der Wahrnehmung dessen, was die Eltern in der gleichen Zeit tun, bringen oft auch die Geschwister weitere Unruhe hinzu. Die Folge: Die Hausarbeiten eines Kindes belasten Alltag und Stimmung einer ganzen Familie.

Kinderschreibtisch Erklärvideo

Hausaufgaben ohne Stress sind nur am eigenen Lernplatz möglich

Spaß am Lernen funktioniert nur in einer entspannten Situation. Dazu gehört Ruhe und die Möglichkeit, den eigenen Rhythmus zu finden. Von Anfang an sollten Schüler daher daran gewöhnt werden, ihre Hausaufgaben an einem eigenen Kinderschreibtisch zu erledigen. Und nicht nur das: Sie sollten auch so eigenständig wie möglich erledigt werden. Wenn elterliche Unterstützung benötigt wird, so sollten die Erwachsenen nur jeweils ganz gezielt hinzukommen, um Hilfe zu geben, aber keinesfalls die ganze Zeit neben dem Kind sitzen bleiben.

Denn die ständige Anwesenheit von Mutter oder Vater macht Kinder oft innerlich unruhig. Die (unbewusst wahrgenommenen) Erwartungshaltungen der Erwachsenen verhindert, dass sich das Kind voll auf seine eigenen Gedanken und Lösungsansätze konzentrieren kann. Die Folge ist eine Anspannung, die nicht nur die Konzentration (zer)stört, sondern sich auf den ganzen Körper übertragen kann.

 

Optimales Licht, Ruhe und ergonomische Möbel sorgen für eine entspannte Lernatmosphäre

Störende Anspannungen entstehenden auch durch einen unbequemen oder unpraktisch eingerichteten Lernplatz: Wenn sich die Augen wegen einer mangelhaften Beleuchtung anstrengen müssen, wenn die Füße in der Luft baumeln oder der Rücken gekrümmt werden muss, dann bedeutet dies für einen Körper im Wachstum einen erheblichen Stress.

Sofie macht Hausaufgaben

Sofie lernt Zuhause – Hausaufgaben

Daher lohnt sich die Investition in ergonomische Möbel doppelt: Sie wachsen mit und begleiten so die gesamte Schulzeit der Kinder – viele Jahre, in denen sie nicht nur helfen, den alltäglichen Hausaufgaben-Stress abzubauen, sondern auch den kindlichen Körper optimal vor Haltungsschäden schützen.

Denn das Sitzen ist generell eine der ungünstigsten Haltungen für den Rücken. Beim Sitzen mit rundem Rücken werden die Wirbelkörper einseitig stark belastet, was insbesondere in der Wachstumsphase zu Fehlbildungen in der Wirbelsäule führen kann. Tatsächlich gaben bei einer Studie des Robert-Koch-Institutes 18% aller 11- bis 13-Jährigen und sogar 44% der 14- bis 17-Jährigen an, öfter Rückenschmerzen zu haben.1 Kein Wunder, denn bereits zehnjährige Schüler verbringen unter der Woche heute bis zu 10 Stunden des Tages sitzend2, davon einen großen Teil in der Schule auf meist eher unbequemen und schlecht passenden Sitzmöbeln.

Für einen ergonomischen Arbeitsplatz bilden Stuhl und Kinderschreibtisch eine Einheit. Dies muss nicht immer bedeuten, dass beides aus der selben Produktreihe stammt. Wichtiger als eine einheitliche Marke bei Schreibtisch und Kinderschreibtischstuhl ist, dass beides optimal zueinander – und zum Schulkind – passt. Dazu gehört, dass beide Elemente höhenverstellbar sind, und sich so auch an die sich verändernde Größe des Kindes anpassen lassen. Beim Drehstuhl sollte neben der Sitzhöhe auch die Sitztiefe einstellbar sein, die Rückenlehne ist flexibel und liegt dadurch dem Rücken in jeder Sitzposition an. Damit Kinder ihren Bewegungsdrang beim Arbeiten „unbewusst“ ausleben können, sollte möglichst auch die Sitzfläche beweglich sein. Bewegung beim Lernen, den Hausaufgaben hilft dem Kind bei der Konzentration, während eine erzwungen starre Sitzhaltung eher „zappelig“ und unruhig macht.

Störende Anspannungen entstehenden auch durch einen unbequemen oder unpraktisch eingerichteten Lernplatz: Wenn sich die Augen wegen einer mangelhaften Beleuchtung anstrengen müssen, wenn die Füße in der Luft baumeln oder der Rücken gekrümmt werden muss, dann bedeutet dies für einen Körper im Wachstum einen erheblichen Stress. Daher lohnt sich die Investition in ergonomische Möbel doppelt: Sie wachsen mit und begleiten so die gesamte Schulzeit der Kinder – viele Jahre, in denen sie nicht nur helfen, den alltäglichen Schulaufgaben-Stress abzubauen, sondern auch den kindlichen Körper optimal vor Haltungsschäden schützen.

Der Schreibtisch passt zum Stuhl, nicht umgekehrtstiftereihe_angespitzt

Die Tischhöhe wird im zweiten Schritt an die richtige Sitzhöhe angepasst – und nicht andersherum. Denn das Kind muss optimal aufrecht sitzen können und die Füße müssen den Boden erreichen. Nichts ist unangenehmer als baumelnde Beine! Ideal sind Schreibtische mit kippbarer Platte: Die Schrägstellung der Tischplatte erlaubt eine aufrechte Sitzhaltung bei allen Aktivitäten. So wird für das Schreiben beispielsweise eine Neigung von 15° empfohlen, für das Lesen 30° Neigung und für die Nutzung des Computers kann die Tischoberfläche „gerade“ gestellt werden. Bei manchen Kinderschreibtischen ist die Arbeitsplatte zudem geteilt: So gibt es auch bei geneigtem Tisch einen Teil, der horizontal steht und auf dem Stifte und auch das Glas Wasser einen „absturzsicheren“ Platz finden.

Bei der Beleuchtung ist Tageslicht nicht zu schlagen. Wenn immer möglich sollte der Schreibtisch daher an das Fenster gestellt werden. Eine helle Wandfarbe unterstützt die Lernatmosphäre. Ist kein Fensterplatz möglich oder reicht das Tageslicht im Winter oder abends nicht aus, sorgt eine verschiebbare Klemmlampe am Schreibtisch für gutes, helles Licht, das sich stets direkt auf den Arbeitsbereich ausrichten lässt. Dabei sollte auch auf das Leuchtmittel geachtet werden: Bläuliches Licht fördert die Konzentration, manche Energiesparlampen geben jedoch gelbliches, „funzeliges“ Licht ab, Halogenlampen sind hell, werden allerdings oft so heiß, dass Verbrennungsgefahr besteht!

 

Eine sinnvolle Abtrennung vom Spielbereich macht den Schreibtisch zum Lernraum

Fotolia_49913413_XSKein Kind ist durchgehend konzentriert und beim Nachdenken wandert der Blick auch schon einmal herum. Eine sinnvolle Abtrennung des Lernortes vom restlichen Kinderzimmer sorgt dafür, dass in solchen Momenten nicht allzuviel Ablenkung durch Spielzeug, Kuscheltiere und Co. aufkommt. Eine gute Lösung sind hier Zimmerpflanzen: Sie fangen den Blick auf, ohne abzulenken – im Gegenteil, das Grün und die organische, aufgelockerte Form der Blätter helfen sogar bei der Konzentration! Zudem wirken Pflanzen schallschluckend und sorgen für eine gesunde Raumatmosphäre, indem sie die Luftfeuchtigkeit positiv regulieren.

Natürlich sollte auch der Schreibtisch selbst frei gehalten werden von ablenkendem Spielzeug. Auch hier haben schräge Schreibtischplatten übrigens einen Vorteil, denn auf ihnen sammelt sich deutlich weniger Dinge an, als auf ebenen Flächen. Allerdings: Das benötigte Arbeitsmaterial für Hausaufgaben  und Referate sollte möglichst vollständig bereitliegen oder in direkter Griffweite verstaut sein. Denn ein Kind, das mitten in der Arbeit aufstehen muss, um nach einem fehlenden Stift oder sonstigen Materialien zu suchen, findet oft schwer wieder in seinen Arbeitsfluss hinein.

 

Hausaufgaben: Eigenverantwortung rein, falsche Erwartungen raus

Sofie Hausaufgaben und Schule
Der optimale Lernort, an dem sich das Schulkind wohl fühlt, ist die Grundlage für ein ergonomisches und konzentriertes Arbeiten. Er ist darüber hinaus zudem ein Rückzugsbereich, damit das Kind selbstständig lernen kann.

Viele Eltern denken, sie seien für die „erwartungsgemäße Erledigung“ der Hausaufgaben verantwortlich. Und sie signalisieren dies unbewusst dem Kind, indem sie häufig nachfragen oder erinnern, durch das Danebensitzen und „Mitmachen“ oder auch durch akribisches Nachkontrollieren der Hausaufgaben. Damit aber machen sie die Schularbeiten zur „Sache der Erwachenen“ und verhindern damit, dass das Kind selbst die Verantwortung übernimmt. Die dann fehlende Eigeninitiative des Kindes wiederum bestärkt die Eltern im Gefühl, dass sie sich kümmern müssen – ein Teufelskreis entsteht.

Angetrieben wird dieser oft auch dadurch, dass viele Eltern die Erwartungen, die die Lehrer an die Arbeitsleistung der Kinder haben, überschätzen. So entsteht durch die Eltern unbewusst manchmal einen höheren Druck auf die Kinder als durch die Schule selbst.

Als Faustregel gilt: Erstklässler sollten maximal und Zweitklässler rund 30 Minuten lang arbeiten. Bei Dritt- und Viertklässlern dürfen die Hausaufgaben eine Stunde dauern, in der fünften und sechsten Klasse eineinhalb und ab der Klasse 7 dann zwei Stunden. Dabei kann es gerade bei Grundschulkindern vorkommen, dass trotz vernünftigen Arbeitens schon mal die Zeit um ist, bevor alle Aufgaben gelöst sind. Für viele Lehrer ist dies jedoch kein Problem sondern völlig in Ordnung, denn sie nutzen dies, um am Anteil der nicht geschafften Aufgaben den Lernstand der Kinder zu messen. Eine gezielte Rücksprache mit den Lehrern hilft hier, falsche Erwartungen gerade zu rücken und eine Vorgehensweise zu finden, die das Kind nicht frustriert und das Selbstvertrauen untergräbt, sondern den Spaß am Lernen bewahren hilft!

Denn in einem sind sich alle Experten einig: Lernen ohne Spaß geht nicht! Der sinnvoll eingerichtete, ergonomische Lernplatz schafft die Basis für ein entspanntes Lernen. Und dies wiederum sorgt für entspanntere Familiennachmittage.

 

10 Tipps für mehr Spaß bei den Hausaufgaben

  1. Vermitteln Sie eine positive Einstellung gegenüber dem Lernen
  2. Hausaufgaben sind der Job des Kindes!
  3. Den richtigen Zeitpunkt für die Hausaufgaben wählen
  4. Eine gute Lernatmosphäre schaffen
  5. Selbstorganisation lernen – kleine Tricks helfen dabei
  6. Den Anfang finden, um schneller zum Ziel zu kommen
  7. Die elterliche Rolle finden – Hilfe wenn Hilfe benötigt wird
  8. Elterliches Interesse ist wichtig, die Maßstäbe setzen jedoch die Lehrer
  9. Wenn Hausaufgaben ewig dauern: Zeitfresser finden
  10. Starke Hausaufgaben-Probleme ernst nehmen

mehr Informationen zu den einzelnen Tipps finden Sie hier: 10 Tipps für Hausaufgaben mit Spaß

Hausaufgaben Material

1http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gastg&p_aid=&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=15458#K

2https://www.physio-deutschland.de/patienten-interessierte/service/news/einzelansicht/artikel/Haltungsschaeden-im-Kindesalter.html

 

Bilder Buntstifte: © Markus Mainka – Fotolia.com

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3 Kommentare zu Hausaufgaben ohne Stress – Zuhause besser lernen

  1. Birgit April 30, 2014 at 11:08 am #

    Interessanter Artikel zum Thema gestern auf stern.de erschienen.Welche fatalen Folgen es hat, wenn Mama die Hausaufgaben macht: http://www.stern.de/familie/familienbande/schule/schulnoten-aufpolieren-eltern-finger-weg-von-den-hausaufgaben-2105072.html

    Der Leistungsdruck steigt und die Leistungen in den Prüfungen sind trotz erstklassigem Referat schlecht

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