Vornamen 2018: Wie soll das Kind denn heißen?

NamensfindungEinen schönen Vornamen für das Baby zu finden ist gar nicht so leicht! Jedes Kind braucht einen Namen, so viel ist klar. Doch ein einfacher Sachverhalt kann zu einem echten Problem werden, denn im Normalfall sind zwei Personen an der Namensgebung beteiligt, die einen völlig unterschiedlichen Geschmack besitzen können.

Vornamen zu Omas und Opas Zeiten – im Vergleich zu heute

In den Zeiten unserer Groß- und Urgroßeltern gab es eine relativ eingeschränkte Palette an Vornamen, die Kinder wurden häufig nach ihren Vorfahren oder den Taufpaten benannt. Außerdem mussten Babynamen in den meisten deutschen Familien noch „christlich“ sein, das heißt, es sollte einen heiligen Namenspatron dafür geben. Namen mit arabischen, asiatischen oder afrikanischen Wurzeln waren nicht gern gesehen, ein vertrauter deutscher Klang wurde bevorzugt.

Auch regionale Unterschiede waren damals stärker ausgeprägt. Hauke, Sören, Nele und Eske wohnten beinah ausschließlich in Friesland, während es in Süddeutschland von Josefs und Marias nur so wimmelte. Jetzt toben die kleinen „Friesen“ verstärkt auch durch bayrische Kindergärten.

Heute wünschen sich Eltern mehr Individualität für ihr Baby: Das ist schön und schwierig zugleich. Traditionelle deutsche Namen sind wieder groß im Kommen, aber auch viele fremdländische Klänge mischen sich darunter. Wenn früher ein alter König aus christlicher Tradition zum Namensvorbild wurde, stehen heute beliebte Filmstars mit englischen oder französischen Namen Pate.

Die Palette der zur Auswahl stehenden Namen hat sich drastisch erweitert – und doch neigen Eltern zum Kategorisieren. Bezeichnungen wie „Hochhausnamen“, „Kevinismus“ und „Bildungsnamen“ machen die Runde. Sie bereiten manchem Elternpaar die Sorge, mit der Namensgebung ins Fettnäpfchen zu treten. Denn nicht nur der Klang allein entscheidet, sondern auch das Bild, das sich die Gesellschaft von einem bestimmten Namen macht.

Frau Professor Doktor Röschen?

Tendenziell finden viele Eltern es schwieriger, einen Jungen zu benennen als ein Mädchen. Vielleicht liegt es daran, dass derselbe Vorname sowohl für das niedliche Baby als auch für den erwachsenen Mann gelten muss. Ein Mädchen darf ruhig einen richtig weich klingenden Namen haben – das bleibt auch dann noch passend, wenn die Kleine zur Frau wird. Eine mögliche Lösung für einen schönen Jungennamen und Männernamen liegt darin, auf Abkürzungen zu setzen: Der kleine „Flo“ wird im späteren Leben zum großen Florian, während der erwachsene Benjamin sich von Freunden und Kollegen nur kurz „Ben“ nennen lässt.

Thomas und Carla, unsere beiden glücklichen Eltern aus dem Schwangerschaftskalender, haben sich nach einigen Hin und Her für ihr Mädchen auf „Emma“ geeinigt, einem schlichten Namen mit traditionellen Wurzeln, der gleichzeitig auch wieder modern ist. Vor allem Thomas wollte keinen allzu niedlichen Namen: „Professor Doktor Röschen Müller nimmt doch keiner ernst!“ Zum Glück gibt es eine große Auswahl von melodischen und doch seriös klingenden Vornamen, die sowohl dem süßen Mädchen als auch der Frau Professor Doktor schmeicheln.

Auswahlkriterien für den Vornamen

Bei langen Nachnamen wünschen Eltern sich häufig einen kurzen Vornamen für ihr Kind, ein- oder zweisilbig reicht ihnen. Ein kurzer Nachname lässt mehr Raum für einen langen Vornamen. Geschwisternamen sollen oftmals zueinander passen, vor allem Zwillinge werden gern mit stimmigen Namen bedacht. Auch die Bedeutung des Vornamens spielt eine zunehmend große Rolle, denn man möchte dem kleinen Menschen eine möglichst positive Botschaft mit ins Leben geben.

Einige Eltern bevorzugen Namen mit bestimmten Anfangsbuchstaben, damit der Vorname besser zum Familiennamen oder gar zu den Namen der Eltern passt. So haben Carlas Freunde Melanie und Michael ihre Kinder Michelle und Maurice genannt: Das „M“ wurde zum Markenzeichen der ganzen Familie. Außerdem empfindet dieses Elternpaar französische Namen als besonders wohlklingend und „nicht so hölzern“.

Nostalgie bei der Namenswahl gibt es natürlich noch immer, der traditionelle deutsche Name „Paul“ bringt es immerhin 2014 aller Voraussicht nach auf Platz 8 der beliebtesten Jungennamen. Auch Johannes, Jakob und Oskar liegen gut im Rennen, das merkt jeder, der sich in Kindergärten und Grundschulen aufmerksam umhört. Als Gegentrend kommen immer häufiger exotische Namen ins Spiel, die kaum jemand bislang gehört hat. Ein kleines Mädchen in Carlas Bekanntenkreis heißt zum Beispiel „Ezri“, ihr Bruder „Anakin“.

Wenn das Standesamt bei der Namensgebung einschreitet

Jeder Vorname muss standesamtlich registriert werden: Hierbei ergibt sich für allzu exotische oder geschlechtsneutrale Namen eine Hürde, die manchmal nicht zu überwinden ist. Denn die deutschen Standesbeamten sind angewiesen, keine Vornamen zuzulassen, die das Kindeswohl gefährden können. Dazu gehören vor allem „Spaßnamen“ wie zum Beispiel Pumuckl, aber auch geschlechtsneutrale Babynamen und solche, die dem Wesen nach gar keine Vornamen sind (z.B. Markennamen).

Steht ein Vorname in den offiziellen Namensbüchern verzeichnet, wird er auf jeden Fall zugelassen. Ansonsten muss der Nachweis geführt werden, dass es sich tatsächlich um einen gebräuchlichen Vornamen handelt. Die endgültige Entscheidung trifft der zuständige Standesbeamte, an ihm vorbei führt nur noch der Klageweg.

Vornamen - einen Babynamen finden

Beliebte Babynamen

Die Hitliste der Babynamen führen aktuell wieder Ben und Mia an, wie schon im Jahr zuvor. Auf den oberen Plätzen danach stehen weitere bereits vertraute Vornamen aus älteren Bestenlisten. Alle Namen der ersten 10 Plätze sind ein- oder zweisilbig, nur Maximilian fällt bei den Jungs aus der Reihe. Die meisten Mädchennamen enden auf „a“, bei beiden Geschlechtern dominieren schlichte Namen mit traditionellen Wurzeln.

Die kleine Emma von Tomas und Carla findet sich bislang auf dem zweiten Platz der Namensliste wieder. Doch da die frischgebackenen Eltern weit und breit keine andere Emma kennen, machen sie sich nicht allzu große Sorgen, dass bald der halbe Kindergarten so heißt: Die Hitliste eines Jahres sagt nämlich rein gar nichts über die tatsächliche regionale Verteilung eines Vornamens aus.

Wie funktioniert die gemeinsame Namensfindung?

Zugegeben, Thomas und Carla haben sich auf dem langen Weg der Namensfindung auch ein bisschen gestritten. Aber das ist nun Geschichte. In der 16 . SSW haben sie bereits erfahren, dass es ein Mädchen wird. Jeder von ihnen hat sich schließlich ein Namensbuch vorgenommen und daraus die 20 schönsten Namen notiert. Zum Glück gab es 2 Übereinstimmungen, sodass die beiden damit eine gute Grundlage besaßen. Erst nach der Entbindung (41.ssw) haben sie sich endgültig entschieden, denn das kleine Mädchen mit den süßen Löckchen sah ganz einfach genau aus wie eine „Emma“!