Schulranzen Test: „Diesen Ranzen würde ich mir wieder wünschen“

Die bunten Schulranzen von Finn und Emily sind nun bereits mehrere Monate im Einsatz. Die Testergebnisse im Schulranzen Test von Stiftung Warentest und Öko Test, Bewertungen und das Design haben beim Kauf für die Eltern eine große Rolle gespielt.

Der erste Schulranzen begleitet das Kind bis zu vier Jahre lang durch den Schulalltag, darum nehmen sich die Eltern, Emilys Mutter Anette (41) und Finns Vater Stefan (39) viel Zeit für die Kaufentscheidung.

Schulranzen Test: „Diesen Ranzen würde ich mir wieder wünschen“

Sicherheit und Ergonomie stehen weit oben auf der Wunschliste

Anettes Tochter Emily ist sofort von den aktuellen modischen Designs begeistert, vorzugsweise in den Farben Rosa oder Flieder. Die Mutter versteht ihre Tochter in dieser Hinsicht sehr gut, aber sie weiß auch: Ein guter Schulranzen sollte mehr mitbringen als ein schönes Äußeres: Anette will, dass ihr Kind auf jeden Fall im Dunkeln gesehen wird.

Stefan hingegen hat schon zwei Schultaschen für Finns ältere Brüder gekauft – und kennt die Kriterien, die zu einem guten Testergebnis führen. Für ihn steht die Ergonomie des neuen Schulranzens im Mittelpunkt des Interesses, denn Finn soll nicht zu der wachsenden Zahl von Kindern mit frühen Haltungsschäden gehören.

Den richtigen Schulranzen finden – Orientierung an aktuellen Testergebnissen

Anette und Emily beim Ranzenkauf

Emily, Anettes Tochter, läuft sofort nach Betreten des Geschäfts strahlend auf den schönsten Ranzen zu und bestimmt: „Den will ich haben!“ Doch Anette möchte sich zunächst genauer umsehen. Sie erkundigt sich bei der Verkäuferin nach den Ergebnissen einzelner Modelle in den aktuellen Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test, denn sie wünscht sich für ihr Kind neben der Freude an einem richtig schönen Schulranzen auch größtmögliche Sicherheit.

Im Dunkeln besser gesehen werden

Die DIN-Norm 58124 legt fest, wie ein verkehrssicherer Schulranzen gestaltet sein muss: 10 Prozent der Seiten- und Rückenflächen sollten retroreflektieren, das heißt, auftreffende Lichtstrahlen wie ein Katzenauge zurückwerfen. 20 weitere Prozent der Fläche sollen fluoreszieren, also auch bei Tageslicht, sowie während der Dämmerung leuchten, ähnlich einer Warnweste.

Eine sinnvolle Regel, findet Anette, und sortiert schweren Herzens die Schultasche als untauglich aus, die ihrer Tochter am besten gefällt. Sie versteht gut, dass Emily zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so glücklich ist, denn auch sie mag schöne Designs. Also sucht Anette gemeinsam mit Emily nach einem guten Kompromiss und nimmt dabei Schulranzen mit guten Testergebnissen in die engere Wahl.

„Schön“ und verkehrssicher zugleich – geht das?

Die vielen orangen, gelben und leuchtenden Flächen von besonders verkehrssicheren Ranzen sind nicht gut mit Emilys Vorliebe für Rosa vereinbar, stellt Anette fest. Schließlich gehen Mutter und Tochter einen Kompromiss ein: Sie kaufen einen Tornister im schönen Design mit weniger leuchtenden Flächen – und rüsten ihn mit zwei blinkenden LEDs nach.

Zubehör im passenden Design

Richtig toll finden beide, dass zum gekauften Ranzen auch optisch passendes Zubehör gehört: ein Turnbeutel, ein Etui, eine Schlampermäppchen und sogar eine Trinkflasche. Das ist zwar nicht unbedingt nötig, doch das einheitliche Gesamtbild aller Elemente bereitet Anette und Emily Freude. Außerdem müssen die beiden nun nicht mehr weiter nach einer Ausstattung für den Schulranzen suchen.

Die Tochter möchte den neuen Tornister am liebsten schon jetzt im Kindergarten tragen, doch Anette stellt das gute Stück erst einmal in den Schrank.

Stefan und Finn suchen einen Ranzen aus

schulranzen-Test_finnDer Schulweg für Stefans Sohn Finn wird relativ lang sein, bei seinen ersten beiden Kindern hat der Vater zu wenig auf das Gesamtgewicht geachtet. Ein Schulranzen sollte laut einer Faustregel nur zehn bis dreizehn Prozent des Körpergewichts des tragenden Kindes wiegen, inklusive Inhalt. Allerdings können diese Normwerte von durchaus komplexeren Sachverhalten ablenken: Während ein durchschnittlich fittes Kind nämlich sogar bis zu 20 % seines Körpergewichts ohne Probleme tragen kann, wird ein zartes Kind vielleicht schon mit 12 % überlastet sein. Hier kommt es also ganz auf den Einzelfall an.

Der eher zierlich gebaute Finn weiß allerdings, wie schwer die Schultaschen seiner großen Brüder manchmal sind. Die Familie ist sich einig, dass die Tasche zur Einschulung möglichst unter 1 kg wiegen soll.

Ergonomisch – die Gesundheit im Focus

Vater Stefan findet auch andere Qualitäten wichtig, wie den Tragekomfort und eine solide Verarbeitung. Er weiß, dass es bei der Auswahl sehr darauf ankommt, die offiziellen Testergebnisse zu beachten. Produkte, die beispielsweise mit Bestnoten von Stiftung Warentest beworben werden, erscheinen ihm viel vertrauenswürdiger als Artikel von Herstellern, die in ihren Beschreibungen keine Noten der bekannten Warentester erwähnen.

Also schauen Stefan und Finn zunächst gemeinsam im Internet nach Testergebnissen, Bewertungen, Gewichten und Polsterungen. Der neue Ranzen soll ein rückennahes Fach für die schweren Bücher haben, so zieht der Schulranzen weniger an den Schultern. Auch ein Bauchgurt ist wichtig, denn damit verteilt sich das Gewicht noch besser. Diese beiden Eigenschaften sind zum Glück unter den aktuellen Modellen viel häufiger vertreten als früher. „So ein Ranzen lässt sich ergonomisch einstellen“, kommentiert Ingo. „Eng am Körper und auf der richtigen Höhe.“

Schadstoffe in Schulranzen – Öko Test bewertet Schulranzen

Beim Stöbern in den Bewertungen fällt Ingo nun zum ersten Mal auf, dass ein Teil der Ranzen beim Öko-Test durchfällt. Einige Schultornister enthalten Weichmacher, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und andere schädliche Substanzen. Jetzt wird die Suche noch etwas komplexer, denn die hochwertigen Modelle, die Ingo in die nähere Auswahl genommen hat, dürften doch keinesfalls diese Gifte enthalten.

Das Design des Schultornisters steht erst einmal hinten an, obwohl Finn zwischendurch immer wieder sagt, wie sehr er sich doch einen Fußballranzen wünscht. Stefan nickt dazu nur stumm.

Schulranzentest in der Praxis
Schulranzen Test von Finn und Emily

Was meinen Eltern und Kinder nach zwei Monaten im Praxistest?

„Mein Ranzen sieht toll aus, aber ich muss ständig was suchen.“

Emily liebt auch noch nach zwei Monaten Schule das Design ihres neuen Ranzens, eine Freundin wollte sogar schon mit ihr tauschen. Aber die kleine ABC-Schützin mit der großen Vorliebe für die Farbe Rosa hat ein echtes Problem: Sie findet nicht immer alles wieder, was sich im Tornisterinneren versteckt. Es gibt nicht genügend Fächer um alle Hefte und Mappen zu sortieren, daran haben weder ihre Mutter noch sie beim Kauf gedacht. Ein Nebenfach mit Reißverschluss für die Geldbörse wäre zum Beispiel nicht schlecht gewesen.

Beim Kauf nicht genau genug hingeguckt

Im Dunkeln ist Emilys Schulranzen dank angebrachter LEDs absolut unübersehbar – und ihre Mutter freut sich über die dadurch gewonnene Sicherheit: Bald schon darf Emily nämlich gemeinsam mit ihrer Freundin ohne Erwachsenenbegleitung zur Schule gehen. Störend findet Emily aber, dass die Schnallen sich ständig von selbst verstellen, der Ranzen dann beim Tragen durchhängt und ihre Schultern nach unten zieht: „Da habe ich nicht genau genug auf den Tragekomfort geschaut,“sagt Anette. „Das Design war mir in dem Moment wichtiger als das Testergebnis im Bereich Ergonomie.“

Design und Verkehrssicherheit sind nicht alles

Das Nachregulieren der Tragegurte ist ziemlich schwierig, Emily schafft es nicht immer selbst. Nun stellt Anette jeden Morgen vor dem Schulweg die Gurte richtig ein, am Nachmittag hängen sie dann wieder durch. „Das ist wirklich ein Mist. Vielleicht schauen wir zum zweiten Schuljahr doch noch einmal nach einer neuen Schultasche“, sagt Anette. „Design und Verkehrssicherheit sind eben nicht alles …“.

Finn: „So ein richtiger Fußballranzen ist es ja nicht, aber Papa sagt: Ergonomie ist noch wichtiger.“

Finn hätte von Anfang lieber einen Schulranzen mit Fußballmotiv gehabt – und das Muster seiner Schultasche erinnert auch entfernt an Fußbälle. Die anderen Jungen in seiner Klasse haben aber schönere Ranzen, findet er. Beim Motiv hat sich der Vater durchgesetzt, er wollte lieber ein zurückhaltendes Design, falls Fußball in einem oder in zwei Jahren nicht mehr für seinen Sohn „in“ ist.

Immerhin stehen die Tornister nicht im Klassenraum.

Stefan hat viel Geld in den Markenranzen investiert, darum soll Finn ihn möglichst lange tragen. Immerhin hat der Junge nun den hochwertigsten Ranzen der Klasse. Leider gibt es ein paar Abstriche hinsichtlich der Schadstoffbelastung, hier reichte es nur für die Note „befriedigend“. Stefan meint: „Immerhin stehen die Tornister in Finns Schule zumeist nicht im Klassenraum und dünsten dort aus, sondern an der Garderobe.“ Zuhause bleibt die Schultasche ebenfalls im Flur stehen und nur die Unterlagen für die Hausaufgaben nimmt Finn mit in sein Zimmer.

Vier Zentimeter Mindestbreite für Schultergurte

Richtig gut findet Finn, dass sein Tornister sehr leicht ist und äußerst bequem sitzt. Die Tasche besitzt ein weiches, atmungsaktives Rückenpolster und stufenlos verstellbare Gurte, die der Junge selbständig bedienen kann. Fünf Zentimeter breit und durchgehend gepolstert sind diese Schultergurte, damit liegen sie einen ganzen Zentimeter über der empfohlenen Mindestbreite. Stefan hilft ihm beim Anpassen des Ranzens, so wird der Rücken seines Sohnes optimal geschont.

Wie soll man denn alles unter einen Hut bringen?

Stefan und Finn sind sich in dem Punkt einig, dass sie keinen bequemeren Ranzen hätten kaufen können: In dieser Hinsicht hat Stefan zum Wohle seines dritten Sohnes wirklich etwas dazugelernt. Ob Finn diesen Tornister gegen einen unbequemeren Schulranzen mit einem Motiv seines Lieblingsfußballvereins tauschen würde? Auf diese Frage hin zögert der ABC-Schütze lange und sagt dann gedehnt, mit kurzem Blick zum Vater: „Vielleicht …“. Stefan schmunzelt: „Wie soll man denn alles unter einen Hut bringen? Ich würde diesen Ranzen wieder kaufen.“

Auf diese Punkte sollten Sie beim Kauf des Schulranzens achten:

  • Das ideale Leergewicht des Ranzens liegt bei 1,2 kg. Gefüllt sollte der Schulranzen eines Grundschülers maximal 15 kg wiegen. Nicht alle Materialien müssen jeden Tag transportiert werden. So können Bücher und Hefte in der Schule bleiben oder haben ihren Platz zu Hause.
  • Der Schulranzen muss bequem sitzen: Atmungsaktive Polzterung, stabiles und rutschfestes Material sind genaus so wichtig wie eine ergonomische Konturierung
  • Um einen hohen Tragekomfort und eine optimale Verteilung des Gewichts auf dem Kinderrücken zu erzielen, sollte die Ranzenrückseite ergonomisch geformt sein und sich am Rücken anschmiegen.
  • Ein gut passender und eingestellter Schulranzen ist in der Lage, die Belastung optimal zu verteilen. Das Gewicht z.B. schwere Bücher wird dabei möglichst körpernah positioniert.
  • Daher ist auf eine sinnvolleFächerverteilung zu achten
  • Der Schulranzen sollte über eine komfortable Anhebehilfe verfügen
  • Die Schulterträger müssen gut gepolstert sein. Ergonomisch geformt wird der Nackenbereich ausgespart. So werden Druckstellen vermieden und außerdem das Runterrutschen von den Schultern verhindert. Die Breir´te sollte mindestens 4 cm betragen.
  • die Verstellbarkeit der Schulterträger ist das nahe Platzieren an den Schulterblättern möglich.
  • Ein stabiler, verstärkter Boden sorgt dafür, dass der Schulranzen selbstständig und sicher steht.
  • Reflektoren an den Seiten erhöhen die Sicherheit im Strassenverkehr.

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